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Designstudium in Indien

  • Kategorie: Indien

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Indien ist bekannt für sein feines Lederhandwerk und seine einzigartigen Designs. Doch wie sieht es hinter den Kulissen aus? Was braucht es von Entwurf bis zur fertigen Tasche. Franne studiert ein Semester lang in Indien und zeigt wie es ablaufen kann. 

20.Woche (16.03. - 22.03.2015) Campus

Campus Leben

Montag 16.03.2015, vormittags hatten wir wieder Besprechungen. Ich habe das Gefühl, dass viele Studenten an meiner Uni hier in Indien sehr unselbständig sind und dauernd auf unsere Dozentin Shimul warten, bis sie sagt wie es weiter geht. Nächste Woche ist Jury und hier sieht noch nichts annähernd wie eine Tasche aus, bis auf dem Papier.

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Nachmittags sind wir wieder alle zum Hidesign Store in Ahmedabad, um uns die Hardware näher anzugucken. Hardware ist so etwas wie Schnallen und Reißverschlüsse.

Danach habe ich mich mit Sneh, der Freundin von Ajay, getroffen und sie hat mich zu einem Stoffladen geführt.

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Dort bin ich in den Kaufwahn gefallen, mal wieder. Aber dieses Mal nicht für mich. Ich sollte für die Arbeitskollegin meiner Mutti Stoff aus Indien besorgen, da der hier echt schön ist und sehr günstig.

Zum Abend habe ich mich mit Shilpa getroffen. Wir sind zum Manek Chowk, um mir Messing zu besorgen und zum Law Garden. Beim Law Garden gibt es viele kleine Stände, die traditionelle Stickereien verkaufen. Ich wollte zum einen schöne bestickte Westen holen und zum anderen brauche ich noch etwas für meine Tasche. Ich wollte die Seiten von meiner Tasche einen indischen Touch geben, so habe ich nach einer Borte mit schöner Stickerei gesucht.

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Ich habe etwas gefunden, was richtig schön aussieht, aber eigentlich als Borte für ein Sari gedacht ist. Deswegen musste ich die kompletten neun Meter davon nehmen. Als wir so entlang schlenderten, wurde ich von fremden Leuten angesprochen. Ich war zuerst total verwirrt, was sprechen mich Leute an, ich kenne doch hier keinen. Aber dann hat es Klick gemacht, es waren die selben von Gestern, mit denen wir den Tag in Udaipur verbracht haben. Na wenn das mal nicht ein Zufall ist.

Dienstag 17.03.2015, während alle anderen noch an ihren Papiermodellen gebastelt haben und bis Nachts verzweifelt sind, hatte ich meinen Prototypen in Stoff so gut wie fertig. Ich habe mich sogar schon an die Hardware, also alles was aus Metall ist, gemacht. Sämtliche Schnallen und Reißverschluss, Anhänger.
Wir hatten Einzelgespräche mit Shimul. Sie hatte nicht schlecht geguckt, als ich ihr die Tasche gezeigt habe.

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Fair enough war die Antwort und nun kannst du das Modell in Papier machen. Ja klar, ich fange jetzt an Rückwärts zu arbeiten oder was? Sorry, aber das wurde mal klar ignoriert. Aber mit meiner Tasche habe ich einen guten Eindruck hinterlassen, denn es wurden alle zusammengerufen und es durfte sich meine Tasche angeguckt werden. Bäääm! Auch Regina hatte einen guten Lauf. Sie konnte Shimul und der Klasse mit ihren Fertigkeiten in Photoshop beeindrucken.

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Ihr Entwurf bekam dadurch ein Gefühl von Realität, jeder konnte sich Vorstellen, wie das Fertige Produkt am Ende aussehen soll.

Mittwoch 18.03.2015, geht es ans Schnittmuster.
Papier ist definitiv nicht mein Freund und das Cuttermesser wird definitiv nicht mein Lieblingswerkzeug.

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Es hat mich an einigen Punkten verzweifeln lassen. Um mich abzulenken habe ich an etwas anderes gearbeitet und um mich zu beruhigen, habe ich etwas gemacht was ich kann. Metall sägen. Hach, Metall ist so ein schönes Material. Ich habe mich an die Hardware gemacht. Dafür habe ich mich raus auf den Balkon unseres Klassenzimmers gesetzt und gesägt.

Ich habe einfach eine Steinstufe als Arbeitsplatz benutzt. Ist das herrlich in der Sonne.
Regina und die anderen haben bis Nachts gearbeitet. Ich weiß gar nicht, wann ich Regina das letzte Mal abends in unserem Zimmer gesehen habe.

Donnerstag 19.03 2015, war ich mal wieder die Erste, die ihre Schnittmuster fertig hatte und dazu auch noch die ganze Hardware.

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Regina hat an dem Muster für ihre Tasche gearbeitet und ein paar Proben dafür gemacht. Ich möchte nächste Woche das Ding in den Händen halten. In den freien Minuten habe ich sogar noch 1-Minuten-Schmuck hergestellt und an meine Liebsten hier verteilt. Ich habe einfach einen Streifen Leder abgeschnitten, zwei Löcher rein und mit Garn verbunden tadaa und fertig ist das Armband. 

Hey, das ist gar nicht mal so dumm. Das könnte ich auch als Abschiedsgeschenke machen, aus dem Leder von meiner Tasche.

Freitag 20.03.2015, mit dem Schnittmuster konnten wir nun ausrechnen wie viel Leder wir brauchen. Als Tanaya da war hatte sie ein großes Stück Kuh mitgebracht, sie wollte es eigentlich verarbeiten aber kam nicht dazu und wollte es auch nicht wieder mit nach Mumbai schleppen, so hat sie gefragt ob ich es haben möchte und ihr abkaufen will. Cool, also hatte ich schonmal das meiste parat.

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Von Hidesign sollten wir eigentlich unterstützt werden und Leder von denen zum verarbeiten bekommen. Die Maße und die Sorte des Leders, von Regina und mir, wurden zu Hidesign geschickt und als Bestellung aufgenommen. Als Antwort kam von denen, das sie das Leder nicht vorrätig haben. Ganz toll, warum habt ihr Lederproben mit dem Leder geschickt, wenn ihr es nicht habt? Ok, dann müssen wir uns doch selber welches besorgen. Da ich nächste Woche definitiv die Tasche machen werde, egal was kommt, denn Sonntag ist mein letzte Tag hier.

Samstag 21.03.2015 stand im Zeichen der Erledigungen.
Regina und ich sind nach Ahmedabad, um bei Rajshree, Bens Bruder Leder zu kaufen. Das Leder war leider nicht so gut, wie das was ich von Tanaya aus Mumbai hatte und dafür noch doppelt so teuer. Was solls, ich brauche es, wenn ich Tasche fertig haben möchte.

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Was ich an Indien eigentlich ganz cool finde ist, dass es Straßen gibt, die voll sind mit nur einer Sache. Zum Beispiel nur mit Bürobedarf: Verschiedene Papiere, Briefumschläge und Druckereien. Hier in der Gegend gab es alles, was Nähbedarf betrifft: Nähmaschinen, Reparaturläden und Änderungsschneidereien. Wir sind zu den Textilladen wo ich am Montag mit Sneh war, denn unsere Tasche braucht ja auch Innenfutter. Zum Manek Chowk ging es auch noch, um etwas Messing für die Hardware zu kaufen.

Sonntag 22.03.2015, da es dem Ende und der Jurywoche zu geht, herrscht wahres Treiben auf dem Campus. Deswegen war am Sonntag sogar die Holzwerkstatt auf.

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Da ich im Schmuckprojekt nicht dazu gekommen bin oder mir es eher untersagt wurde, in die Werkstatt zu gehen, habe ich den Sonntag genutzt, um mich mal im Drechseln zu probieren. Ich habe einfach eine Freiform gemacht, könnte auch ein Kerzenständer werden. 

Da ich für das Schmuckprojekt nichts zum vorzeigen hatte, außer hübsche Bildchen von meinem Konzept, kam ich auf die glorreiche Idee, Sumedh dazu zu drängen mit mir noch einmal zu den Blockprint Onkel zu gehen. Also nahm ich mein frisch gedrechseltes irgendwas und Sumedh mit zu der kleinen Blockprint-Firma.

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Da ich keine Ahnung hatte was ich für mich in das Holz schnitzen sollte, hat Sumedh für mich etwas gezeichnet. Voll cool, und es wird mir sogar am Mittwoch vorbeigebracht. Zurück auf dem Campus habe ich ein paar Sachen für die Präsentation am Donnerstag vorbereitet.

Fazit der Woche

- Erledigungen, Erledigungen, Erledigungen
- Bummeltrinen
- hecktig übern Ecktisch
- Kurz vor Knapp
- Mein Schlaf ist mir heilig
- Ich liebe indische Handarbeit
- Verlässt man sich auf Andere ist man verloren

Designstudy

Franziska

Schmuckdesignerin mit Liebe zum Reisen und Entdecken. Ist nicht auf den Mund gefallen und liebt Handwerk.


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