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Aufregende Tage in Indien

  • Kategorie: Indien

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icon globeWer ein Ziel vor Augen hat, kann alles schaffen. Das war Frannes Motto in der letzten Woche ihres Studiums in Indien. Sie bekommt Feedback, hat viel Arbeit vor sich, genießt trotzdem die Zeit und verbringt sie mit tollen Menschen. 

21.Woche Teil 1 (23.03. - 27.03.2015) Jurywoche und Tasche

Verlässt man sich auf Andere ist man verlassen

Montag 23.03.2015, wohooo es geht ans Tasche machen. Überpünktlich stand ich vor der Werkstatttür und habe auf Rajshree Ben und die Werkstattmädels gewartet. Wir haben damit angefangen die Einzelteile aus dem Leder zu schneiden, das Schnittmuster diente als Vorlage. Regina kam auf die coole Idee, dass ich das Leder laserschneiden lassen könnte, mit den Aussparungen, dass es zu der Stickerei auf der Borte passt. Ich hatte mit Vinay das Muster dafür am Computer angelegt und bin mit der Datei und dem großen Stück Leder zum Lasercutter. Da ich das noch nie vorher gemacht habe und nicht weiß was alles so möglich ist, war ich anfangs ein bisschen verloren. Ich habe ihn gefragt wie ich das Leder schneiden muss, ob ich irgendeine Toleranz einzuhalten habe.

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Er wollte, dass ich das komplette Leder auf die Maschine packe und er es da rausschneidet. Ja nee ist klar, schon einmal was davon gehört die Fläche sinnvoll zu nutzen und es nicht einfach quer aus dem Leder rauszuschneiden? Ich bin wieder zurück in die Werkstatt, habe platzsparend ein Stück aus dem Leder geschnitten. Und bin wieder zu ihm, da wollte er mir weismachen, das es nicht geht und das Leder zu lang dafür ist. Geht nicht, gibt’s bei mir nicht. So habe ich ihm versucht weiszumachen, dass man das Leder auch diagonal auf die Vorrichtung legen kann. Hallo? Muss ich dir erst erklären wie man das macht? Man gut das du schon öfter damit gearbeitet hast und ich nicht. Nach meinen Direktionen hat dann doch auf einmal alles geklappt.

Dienstag 24.03.2015, habe ich den ganzen Tag mit Rajshree Ben an der Tasche gearbeitet, von 9.00 Uhr bis 17.00 Uhr. Mit kleinen Schritten nähern wir uns dem Ende. Ich arbeite vor und sie näht an der Maschine, denn Leder ist nicht so einfach wie Stoff.

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Wenn man sich vernäht, sieht man es in dem Leder. Dann sieht es so aus, als ob man ein Piercing aus der Haut entfernt hat und man kann immer noch das Loch sehen, wo das Piercing mal war. 

Heute standen auch Einzelgespräche mit Shimul an. Sie war sehr mit uns zufrieden und findet es gut, dass wir so selbstständig arbeiten. Die Kritik an mir war, dass ich oft nicht geduldig genug bin. Jap, ich weiß…
Ich habe das Problem, wenn ich etwas nicht mag oder den Sinn dahinter nicht verstehe, dann mag ich das auch nicht machen, wie zum Beispiel das Papiermodel, wo sich übrigens die anderen immer noch die Zähne dran ausbeißen. Aber ich suche dann eben einen anderen Weg, um es zu veranschaulichen. Ich habe ihr auch erklärt, dass ich das mir hier anders vorgestellt habe. Dass man mehr mit Materialien arbeitet und nicht alles nur in Theorie abhandelt. Denn bei uns an der Hochschule muss man Ende des Semesters ein fertiges Produkt vorweisen können.

Regina ist heute Nacht nicht ins Bettchen gekommen. Sie hat morgen Jury, also Präsentation und war die ganze Nacht mit den anderen wach um ihr Display vorzubereiten.

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Es ist schön zu sehen, wie alle zusammenarbeiten und den anderen helfen, sogar aus anderen Studiengängen waren Leute da, um zu helfen. Das ist das gute an einem Campus mit Hostel, es ist immer jemand vor Ort, wenn was ansteht.

Mittwoch 25.03.2015, als ich aufgestanden bin, ist Regina mal kurz aufs Zimmer gekommen, um sich frisch zu machen. Hut ab, ich könnte es nicht, die Nacht aufbleiben und dann noch präsentieren. Ich habe ihr zur Stärkung Wasser und ein Snickers von der Mensa mitgebracht. Am morgen habe ich eine kleine Pause von der Tasche gemacht und habe Shanvi und Regina bei ihrer Jury zugeschaut.

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Meine ist zum Glück erst morgen. Für die Jury ist auch extra jemand von Hidesign gekommen, um das Taschenpojekt zu beurteilen. Aber alles war gut und keiner wurde aufgegessen.

Nach den beiden Präsentationen habe ich mich wieder meiner Tasche gewidmet. Wir haben es geschafft Front- und Rückseite fertig zu machen, damit ich morgen was zum zeigen habe.

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Die gedrechselte Form vom Blockprint Macher wurde mir auch vorbeigebracht. Top, das läuft ja wie am Schnürchen. Die Präsentationen gingen heute echt lange. Gegen 22.00 Uhr ist die letzte Person drangewesen. Erst dann konnte ich rein und mein Display vorbereiten. Regina ist neben mir beim Aufbauen in den Tiefschlaf gefallen.

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24.00 Uhr war ich dann auch fertig und reif für mein wohlverdientes Bettchen. Keine Ahnung warum ich so gelassen bin?

Donnerstag 26.03.2015, wie jeden Tag habe ich vor der Werkstatt auf Rajshree Ben gewartet. Sie hatte mich dieses Mal gar nicht erkannt. Denn für meine Jury habe ich mich extra in Schale geworfen, ganz im indischen Stil. Mit Kurta, dem Oberteil, Jhumka, die Ohrringe und geflochtenen Haare. Dress to impress. Auch Shimul war ganz hin und weg als sie mich sah. Bis zu meiner Jury habe ich weiter an meiner Tasche gearbeitet.

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Und dann kam sie doch, die Aufregung, denn Präsentationen sind nicht meine Stärke und dann noch in Englisch. Hilfe! Aber alles ging gut und aufgegessen wurde ich auch nicht. Nach meiner Präsentation habe ich alles zusammengepackt und meinen Arbeitsplatz geräumt. Abends habe ich auch angefangen meinen Koffer zu packen, oh man, ich habe echt keine Ahnung wo ich anfangen soll.

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Shilpa kam noch vorbei und hat mir ein kleines Abschiedsgeschenk gegeben. Oh nein, ich mag nicht gehen. Das war erst der Anfang von vielen folgenden Tränen.

Freitag 27.03.2015, Rajshree Ben hat mir versprochen, dass wir die Tasche heute fertig bekommen. Viel fehlt ja nicht mehr.

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Wir haben uns alle noch einmal zusammen versammelt und haben ein Feedback von Shimul, Amresh und dem Hidesign Menschen bekommen. Zum Abschied wurden wir noch einmal von Shimul gedrückt. Mensch, das wird ja noch richtig persönlich und melancholisch hier.
Sie hat sich letztendlich gefreut, dass wir da waren und hofft, dass jeder was von jedem gelernt hat und für sich nutzen wird.
Das definitiv.

Ich habe gestern noch zwei Pakete für den Versand fertig gemacht, dort habe ich noch schnell alles reingestopft was mit soll und zugenäht. Regina und Ajay haben es dieses Mal übernommen die Pakete zur Post zu bringen, da ich noch mit meiner Tasche beschäftigt war. Auch bei ihr war die Post gnadenlos und hat den ganzen Nachmittag in Anspruch genommen.

Mein Rucksack ist fertig!

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Er ist so wunderschön!

Wohooo ich bin so stolz auf mich, immerhin bin ich die einzige mit einer fertigen Tasche und werde es wahrscheinlich auch bleiben! Ich hatte nebenbei an Armbänder gearbeitet, die als Abschiedsgeschenke dienen. Ich habe bestimmt 30 Stück fertig gemacht. Dazu habe ich die Bilder, die ich für die Jury gestern gedruckt hatte, als Briefpapier benutzt und für meine Besten etwas Kleines geschrieben. So war es an der Zeit mich von Rajshree Ben und den Werkstattmädels zu verabschieden. Den Werkstattmädels habe ich jeweils ein Armband gegeben und für Rajshree Ben gab es ein neues Cuttermesser, einen Honig von meinen Nachbarn aus der Heimat, den ich noch von der Hochzeit meiner Schwester hatte und ein Bild mit Regina und mir im Sari. Ich glaube sie war ganz entzückt und hatte gar nicht damit gerechnet. Außerdem habe ich meinen Rucksack Rajshree getauft, weil sie es die ganze Woche mit mir ausgehalten hat. Aber ich glaube es war ein gutes Zusammenspiel. Ich habe sie genervt und sie hat mich liebevoll ausgeschümpft. Fransy, you are so naughty! So naughty! Ooooh Rajshreeeee Beeeeeen, I knooooow. Ich werde sie vermissen, ich habe ihre raue aber doch liebevolle Art sehr zu schätzen gelernt.

Abends haben unsere Klassenkameraden eine Studiengangsparty organisiert. Es ist wohl ein neuer Polizist in der Gegend, deswegen ist es momentan leichter an Marihuana ranzukommen als an Alkohol. Na das sind doch mal Umstände. Das war auch das erste mal, das wir so gut wie alle zusammen waren - das erste und zweite Jahr.

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Es war interessant zu sehen wer doch alles in unseren Studiengang war. Es ist sehr schade, dass es nicht schon früher dazu gekommen ist und der Zusammenhalt hier nicht so eine wichtige Rolle spielt. So haben wir alle nett zusammen gesessen, gesungen, getrunken und lustige Geschichten über die Profs Shimul und Amresh erzählt, die natürlich nicht dabei waren. Auch das ist bei uns in Deutschland anderes, da haben wir mit unseren Profs Spaß und der Zusammenhalt ist einfach größer.

Fazit der Tage

- Geht nicht gibt’s nicht.
- Ich kenne meine Prioritäten.
- Dress to Impress.
- Puh, es ist vorüber.
- Nein, ich möchte nicht, dass es zu ende geht.
- Alles nur halb so schlimm.
- Bäm ich habe meine eigene Tasche und ich liebe sie!

Indien

Franziska

Schmuckdesignerin mit Liebe zum Reisen und Entdecken. Ist nicht auf den Mund gefallen und liebt Handwerk.


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